Peacecaster

 

Die „Peacecaster“

Als wieder einmal ein Gitarrenkauf anstand, war ich sehr unsicher. Zuerst versuchte ich mich zu erinnern wie viele Gitarren ich in den letzten 30 Jahren schon besessen hatte - 24 oder 25? Meist bestellte ich die Gitarren online und verkaufte Sie dann in der Bucht oder Kleinanzeigen gebraucht weiter.

Strat, Paula, Tele, Steinberg, Studio, Semiacoustic, meist Kopien zweit klassischer Hersteller. Mit keiner war ich zufrieden, die Gründe waren vielfältig. Zu meinen 50. Geburtstag schenkten mir meine Freunde ein Signature Modell und ich war den Tränen nahe, denn nachdem ich Sie in Hand nahm flüsterte die Gitarre mir zu: Sorry mein Freund, wir bleiben nicht zusammen…

Inspiriert durch meinen langjährigen Bandpartner und Gitarrenbauer Alex Noe fasste ich einen Beschluss. „Du baust dir jetzt deine eigene Gitarre“. Ein sehr steiniger Weg mit vielen Rückschlägen und Verzweiflung. Zwar kann man heute vieles nachlesen und Teile aus dem Netz beziehen, doch die notwendigen „Geheimnisse“ entdeckt man wie so oft im Leben durch „Learning by Doing“.

Eine Peacecaster sollte es werden, also auf Basis einer Telecaster. Schlicht, gebraucht, reisefreudig und natürlich mit einen Sound und Handling welches mir gefällt. Das schöne am Gitarrenbau ist das man bei Veränderungen das Teil oft komplett zerlegen muss und wieder zusammen baut. Danach heißt es ausprobieren und testen. Alles in allem ein Prozess der mehrere Monate in Anspruch nimmt.

Falsch eingeschlagene Vorgehensweisen, Irrwege durch „Fake-Facts“, gekaufte Teile die nicht passen, fehlendes Werkzeug und, und, und… Eines ist klar, Geld spart man dabei nicht. Aber es macht tierischen SPASS und man lernt sehr viel über sein Instrument und wie Sound entsteht.

Ohne die Hilfe des einstigen Nachrichtenelektronikers und DIY Experten Gerad hätte ich es nicht geschafft. Außerdem ist eine richtige Freude mit dem Kumpel was zusammen zu machen. Manchmal fühlte ich mich wie auf einer Expedition in einem unbekannten Land, man wusste nie was als nächstes kommt.

Ja die erlernten Fertigkeiten und kleine Geheimnisse rund um die „Peacecaster“ werde ich hier nicht verraten, hier die wesentlichen Eigenschaften:

- Chambered (Tonkammern) Linde Body mit Armrest.

- Das Finish heißt „Treibholz“, Schellack mit Namen Branding

- C-Hals aus China, Mechaniken von Kluson,

- Roller String Tree`s von Göldo. Der Sattel ist TUSK von GraphTech

- Tonabnehmer am Hals ist modifiziert, am Steg ein Noname China Modell

- Abschirmung komplett mit Kupferfolie von Göldo, Teilweise mit abgeschirmten Kabel

- Bridge aus China, wurde mit Bauhaus-Schrauben und Kugelschreiber-Federn nachgerüstet

- 2 x 250 K Podis von Göldo, Orange Drop Kondensator, Allparts Jack und 3-Wegschalter

- Gewindebuchse für B-Bender Eigenbau (wurde wieder deinstalliert, nicht mein Ding)

- Security Locks

- String Through Sockets




Und jetzt? Das Fieber lies sich nicht kurieren, nach der „Peacecaster“ kommt jetzt die „Semmelcaster“...